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Variation ohne Wandel
Sprachver?anderungsprozesse in Mittelitalien?
Martin Haase
Fassung 3.14: 26. Juni 1995
Die Besch?aftigung mit den Prinzipien der Sprachgeschichte erlebt derzeit eine Renaissance in der Grammatikalisierungsforschung.1 Die schon von [Paul 1920] besprochene Vielfalt diachroner Prozesse wird dabei aber zugunsten von Grammatikalisierungsph?anomenen vernachl?assigt oder gar auf diese reduziert. Anhand von Dialektmaterial aus Mittelitalien, mit dem es m?oglich ist, die Geschichte eines Dialekts ?uber einen langen Zeitraum nachzuvollziehen, will ich die wichtigsten dieser Prozesse aufzeigen. Es wird deutlich, dass bestimmte Bereiche der Grammatik (hier Demonstrativa und Lokaladverbien) u. U. typischerweise Innovationsprozessen unterliegen, die in der Regel in der Grammatikalisierungsforschung kaum Beachtung finden. Vorgef?uhrt werden:
ffl Grammatikalisierung
ffl Analogiebildung
ffl Reanalyse
ffl Funktionalisierung
ffl Defunktionalisierung
Die Daten zeigen, dass { trotz des bei [Lehmann 1985] festgestellten engen Zusammenhangs zwischen Synchronie und Diachronie { synchrone Variation nicht
?Fr?uhere Versionen dieses Beitrags sind ausf?uhrlich diskutiert worden im Rahmen der Forschungsstelle Artikulationsprozesse (Osnabr?uck) und im Forschungsschwerpunkt Allgemeine Sprachwissenschaft (Berlin). Allen Diskutanten sei hiermit f?ur die interessanten Anregungen herzlich gedankt, die ich in den Diskussionen und in mehreren Einzelgespr?achen (z. B. mit Rainer Bigalke in Osnabr?uck und mit Ugo Vignuzzi in Rom) erhalten habe. 1Vgl. als Einf?uhrung [Hopper/Traugott 1993] und z. B. [Heine/Traugott 1993] oder die k?urzlich erschienenen Sammelb?ande [Bybee et al. 1994] und [Pagliuca et al. 1994], um nur die neuesten Publikationen zu nennen.